Manche Kunstprojekte beginnen mit einer Idee und werden zu einer schönen Begegnung.
So war es auch bei diesem Projekt, das seinen Ursprung in einer persönlichen Zusammenarbeit hatte und sich Schritt für Schritt zu einer besonderen Verbindung aus Auftragskunst, Fachpresse und Kooperation innerhalb der Paint Horse Szene entwickelte.
Am Anfang stand die Begegnung mit Astrid Malzer, der PR-Managerin der Paint Horse Austria (PHA) , die sich zu ihrem Geburtstag ein ganz besonderes Gemälde wünschte:
Ein gemeinsames Portrait ihrer beiden Hengste „Chesters Hollywood Doc“ und „My Remin Gun“ (aka Gremlin).
Ihre Vision war klar — und zugleich anspruchsvoll.
Sie suchte jemanden, der ihre Pferde in einem ganz bestimmten Stil verewigen konnte: inspiriert vom Werk des bekannten amerikanischen Künstlers Orren Mixer, der sich auf die Darstellung amerikanischer Pferderassen spezialisierte. Seine Werke zeichnen sich durch Präzision, anatomische Genauigkeit und eine unverwechselbare Verbindung von Pferd, Landschaft und Kultur aus. Er schuf offizielle Gemälde für Rassen wie die American Quarter Horses, den Appaloosas und den Paint Horses, die bis heute von den entsprechenden Zuchtverbänden verwendet werden. Mixer gilt als Chronist der amerikanischen Pferdekultur und als einer der bedeutendsten Tiermaler des 20. Jahrhunderts.
Gerade auch im Umfeld der American Paint Horse Association (APHA) prägen solche Werke bis heute die visuelle Darstellung dieser besonderen Pferderasse.
Astrids Wunsch war es, ein solches Gemälde in dieser Stimmung und mit dieser Authentizität, mit ihren eigenen Pferden zu verwirklichen.
Dazu schrieb sie mir damals:
„Anfang des Jahres haben wir einen alten Bauernhof gekauft und renovieren gerade. Das Bild soll dann das Herzstück vom Wohnzimmer werden.“
Allein dieser Satz machte sofort deutlich, dass es hier nicht um irgendein Pferdeportrait ging, sondern um ein Werk mit einer gang besonderen persönlichen Bedeutung.
Dieses Projekt hatte für mich auch auf einer anderen Ebene eine besondere Bedeutung.
Ich selbst hatte viele Jahre lang selbst eine eigene "Paint Horse" Stute, die mich einen großen Teil meines Lebens begleitet hatte. Dadurch ist eine sehr persönliche Verbindung zu dieser Pferderasse entstanden — emotional, aber auch künstlerisch. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum sich viele Paint Horse Besitzer in meiner Kunst wiederfinden und ihre Pferde von mir malen lassen. Im Laufe meines Schaffens sind bereits mehrere Gemälde dieser besonderen und farbenfrohen Pferderasse entstanden, welche viel Farbe in die Pferdewelt und in mein Leben bringen.
Um ein solches Gemälde authentisch umsetzen zu können, war klar:
Dieses Projekt braucht vor allem ein gut geeignete Fotovorlagen.
Ich besuchte Astrid und ihren Mann Peter Malzer auf ihrem neu übernommenen Hof in Niederösterreich. Dort hatten sie sich gerade ein schönes neues Zuhause für sich und ihre Pferde geschaffen. Die Wohnräume waren frisch eingerichtet und sollten bewusst gestaltet werden. Genau deshalb war der Zeitpunkt für dieses Gemälde ideal.
Das Fotoshooting fand im Herbst statt. Das Wetter war grau, trüb und dicht bewölkt, die Lichtstimmung gedämmt, die Landschaft im Nebel versunken. Für ein klassisches Pferdeshooting wären das keine idealen Wunschbedingungen gewesen. Doch hier lagen die Prioritäten ganz anders.
Im Fokus standen nicht spektakuläre Sonnenuntergänge oder perfekte Wetterverhältnisse, sondern die exakte Körperhaltung der Pferde, ihre korrekte Stellung zueinander, ihr Ausdruck und die Komposition des späteren Gemäldes. Astrid hatte durch ihre Stilvorlage bereits eine sehr genaue Vorstellung davon, wie ihre Pferde im Bild stehen sollten.
Die Pferde trugen beim Shooting teilweise noch Halfter und Stricke. Auch kleine Verschmutzungen im Fell oder Schweif spielten dabei keine Rolle. Gerade darin zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen Fotografie und Malerei: Als Künstlerin ist es möglich, solche Elemente bewusst wegzulassen, zu verfeinern oder im malerischen Prozess neu zu gestalten.
Nicht das perfekte Foto ist entscheidend — sondern die Fähigkeit, daraus ein künstlerisch stimmiges Werk zu entwickeln.
Peter half uns beim Shooting die beiden Hengste optimal zu präsentieren. So entstand eine Serie von Vorlagen, die weniger auf atmosphärische Perfektion als vielmehr auf die spätere künstlerische Umsetzbarkeit ausgerichtet war.
Auf Basis dieses Shootings entstand ein Gemälde, das beide Hengste in einer harmonischen Komposition vereint, ihre Charaktere sichtbar macht und sie in eine Landschaft einbettet, die sich an die eher flache weitläufige Umgebung Niederösterreichs vor Ort anlehnt.
Dieses Werk war mehr als ein Portrait der beiden Hengste.
Es war eine Verbindung aus Realität und Interpretation, aus Fotografie und künstlerischer Freiheit und aus persönlicher Geschichte und visueller Wirkung. Das Gemälde wurde genau so zu jenem Werk, das Astrid sich gewünscht hatte: zu einem Kunstwerk mit persönlicher Tiefe und räumlicher Präsenz, das als Herzstück ihres Wohnzimmers gedacht war.
Gerade dieses Projekt macht sehr sichtbar, dass auch aus funktionalen oder auf den ersten Blick unspektakulären Vorlagen durch den künstlerischen Prozess ein Werk entstehen kann, das weit über das Ausgangsmaterial hinausgeht.
Aus diesem ersten gemeinsamen Projekt entstand mehr als nur ein Gemälde.
Durch den persönlichen Austausch mit Astrid und ihre aktive Rolle innerhalb der PHA entwickelte sich eine neue Idee: eine Weihnachtsaktion für die Mitglieder der Paint Horse Austria.
Ziel war es, meine Kunst innerhalb der Paint Horse Community sichtbarer zu machen und gleichzeitig einen besonderen Mehrwert für die Mitglieder zu schaffen.
Die Idee war ebenso einfach wie besonders: ein exklusives Gewinnspiel, bei dem es ein individuelles Pferdegemälde zu gewinnen gab.
Zur Bewerbung dieser Weihnachtsaktion wurde ein Beitrag in den Western News, der Fachzeitschrift der AWA – Austrian Western Riding & Breeding Association, veröffentlicht. Darin wurden die Mitglieder dazu aufgerufen, ihre Lieblingsfotos einzusenden und am Gewinnspiel teilzunehmen.
Die Aktion wurde begeistert angenommen.
Schließlich wurde die Gewinnerin bekannt gegeben: Katrin Tengg aus der Steiermark.
Ihr Wunsch war es, ihre erfolgreiche Paint Horse Stute „Goodilicious“ in einem besonders repräsentativen und exklusiven Gemälde festhalten zu lassen — als künstlerische Würdigung ihrer Erfolge bei den Europameisterschaften.
Damit begann der zweite große Teil dieses Projekts: die persönliche Zusammenarbeit mit der Gewinnerin und die Entwicklung eines Kunstwerks, das den sportlichen Erfolg und die besondere Ausstrahlung dieser Stute sichtbar machen sollte.
Dieses Werk wurde bewusst besonders aufwendig und individuell umgesetzt.
Grundlage war ein Lieblingsfoto von Goodilicious, das Katrin mir zur Verfügung stellte. Gleichzeitig war klar, dass das Gemälde nicht einfach eine malerische Kopie dieser Vorlage werden sollte. Wie so oft in meiner Arbeit wurde das Ausgangsbild bewusst weiterentwickelt.
So wurde etwa für das etwas breitere optimale Format die linke Schulter und Fellzeichnung an der Brust dazu gemalt, dann das Zaumzeug, das auf dem Lieblingsfoto zu sehen war, bewusst weggelassen, damit der Kopf der Stute und ihre besondere Farbzeichnung ganz natürlich und besonders gut zur Geltung kommen konnten. Gleichzeitig wurden neue, aufwendige Details ergänzt: eine Siegerschärpe sowie ein Westernshowsattel mit silbernen Beschlägen, deren Wirkung im Gemälde mit silbernen, goldenen und weiteren metallischen Effekten umgesetzt wurde.
Auch die Siegerfarben der Schärpe — Blau, Gelb und Gold — wurden mit Metallic-Acrylfarben besonders hervorgehoben. Der Hintergrund wurde farblich passend zur Schärpe neu aufgebaut und verstärkt so die repräsentative Wirkung des Werks zusätzlich.
Gerade dieses Gemälde zeigt sehr schön, wie aus einem Lieblingsfoto ein neues Kunstwerk entstehen kann, ohne jedes Detail der Vorlage unverändert zu übernehmen. Elemente können weggelassen, verändert oder ergänzt werden, wenn dies der Gesamtwirkung dient. So entsteht aus einer realen Erinnerung ein Bild mit eigener Tiefe, Symbolik und Präsenz.
Das Ergebnis ist ein Werk, das nicht nur ein Pferd zeigt, sondern Erfolg, Ausdruck und Persönlichkeit sichtbar macht.
Das gesamte Projekt wurde in den Western News, dem österreichischen Fachmagazin für Westernreiter, auf zwei Seiten begleitet.
Darin enthalten waren ein ausführliches Interview, zahlreiche Werkabbildungen und ein umfassendes Künstlerportrait. Gerade für mich war dieser Beitrag besonders schön, weil dadurch viele Paint Horse Züchter, Reiter und Liebhaber auf meine farbenfrohe Kunst aufmerksam wurden.
Ergänzt durch mehrere Abbildungen meiner Werke entstand ein stimmiges Künstlerportrait mit besonderem Bezug zu meinen gemalten Westernpferden und zur Paint Horse Szene in Österreich.
Dieses Projekt zeigt sehr deutlich, was entstehen kann, wenn persönliche Begegnungen, künstlerische Arbeit, Fachpresse und eine lebendige Szene zusammenkommen.
Was als einzelner Auftrag begann, entwickelte sich zu einem vielschichtigen Kunstprojekt, zu einer Kooperation, zu einem Wettbewerb und schließlich zu einer bleibenden künstlerischen Arbeit mit besonderer Reichweite und Tiefe.
Gerade solche Projekte machen sichtbar, dass Kunst nicht nur im Atelier entsteht, sondern oft auch aus Beziehungen, Begegnungen und gemeinsam entwickelten Ideen wächst.
Du möchtest selbst ein individuelles Pferdegemälde oder ein besonderes Kunstprojekt umsetzen?
Ich freue mich über Anfragen zu Auftragsarbeiten, Kooperationen und besonderen künstlerischen Projekten.
